Anthropozän: Die Zukunft im Erdzeitalter des Menschen

Foto von Leinfelder

Unser Leben und Wirtschaften ist vom Erdsystem abhängig. Allerdings haben wir dieses System durch unsere Nutzung in ungeahntem Ausmaß verändert. Nur noch knapp ein Viertel der eisfreien festen Erde kann als Ur-Natur angesehen werden. Wir tragen ganze Berge ab, schneiden Täler ein, lassen Seen entstehen oder austrocknen, regulieren den Lauf von Flüssen und Strömen, sogar den Meeresspiegel heben wir an. Unsere Jahresproduktion an Plastik  entspricht in etwa der Biomasse aller lebenden Menschen. Wir entleeren durch Überfischung die Meere und homogenisieren mit unseren wenigen Nutzpflanzen die Pflanzenwelt. Durch den von Menschen verursachten Treibhausgas-Ausstoß wirken wir massiv auf das Klima ein. Damit ist der Unterschied zwischen Mensch und Natur überwiegend verschwunden und die Menschheit zu einer geologischen Kraft geworden. Derzeit testen Geologen, ob sie nicht ein neues Erdzeitalter, das Anthropozän ausrufen müssen, welches durch Technofossilien wie Plastik-, Aluminium-, und Betonteile in den Sedimenten charakterisiert wird. Gleichzeitig hilft die neue Sichtweise des Anthropozäns, den Mensch neu im Erdsystem zu verorten. Damit sollte es möglich werden, die Wirkungskraft des Menschen nun wissensbasiert und vorsorgeorientiert zur Gestaltung eines zukunftsfähigen, nachhaltigen und gerechten Anthropozäns zu nutzen. Um uns kreativ auf die Zukunft einzulassen, sollten dabei verschiedene mögliche „Zukünfte“ skizziert, versuchsweise ausprobiert und von jedem selbst mitgestaltet werden – eine Aufgabe für die auch das Haus der Zukunft in Berlin Wegweiser und Plattform sein möchte.

Heure de debut: 
Freitag 03 Juni 2016 - 20:30
Heure de fin: 
Freitag 03 Juni 2016 - 21:00
Salle: 
Salle Boris Vian
Type d'évènement: