Arbeit: Fluch oder Segen

„Angst vor Langeweile ist die einzige Entschuldigung für Arbeit“. Der Komiker Groucho Marx verwies mit diesem Spruch darauf, dass Arbeit Selbstverwirklichung und ein Mittel gegen Langeweile sein kann. Arbeit war und ist für viele Menschen aber vor allem Abhängigkeit und Last, mehr Fluch als Segen. Das Konzept von Arbeit ist äußerst vielgestaltig. Arbeit ist weit mehr als eine wirtschaftliche und körperliche Tätigkeit, um den Lebensunterhalt zu sichern. Leitend für die Definition von Arbeit war hierzulande freilich lange Zeit die recht gradlinige Gleichsetzung von Arbeit mit geregelter Erwerbsarbeit, die sich im Zusammenhang mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert etablierte. Inzwischen jedoch gilt vieles als „Arbeit“, was es vorher nicht war: Wer kocht, verrichtet Hausarbeit; wer das Liebesleben mit seinem Partner erörtert, leistet Beziehungsarbeit; wer sich um seine Kinder kümmert, erbringt Betreuungsarbeit; und das Fitnessstudio ist voller Körperarbeiter. Zudem prägen gegenwärtig Prozesse der Informalisierung von Arbeitsregulierung die Arbeits- und Lebensbedingungen einer wachsenden Zahl von Menschen in verschiedensten Regionen der Welt – und beileibe nicht nur im „globalen Süden“. „Normal“ sind für immer mehr Menschen weltweit prekäre Arbeitsverhältnisse. Und für viele ist das nichts Neues.

In diesem Vortrag wird kurz und pointiert und trotzdem in globaler Perspektive diskutiert, warum das Thema „Arbeit“ für die Geschichte, Gegenwart und Zukunft wichtig ist.

Heure de debut: 
Freitag 03 Juni 2016 - 20:30
Heure de fin: 
Freitag 03 Juni 2016 - 21:00
Salle: 
Médiathèque
Type d'évènement: 
Arbeit: Fluch oder Segen | Die Nacht der Ideen - Berlin

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